Montag, 7. Januar 2019

Plagiatsvorwürfe gegen Ed Sheeran

Am vergangenen Donnerstag hat ein US-amerikanischer Richter entschieden, dass eine Jury entscheiden muss, ob Ed Sheeran des Plagiats schuldig ist, weil er Teile von Marvin Gayes "Let's Get It On" in seinem Song "Thinking Out Loud" vom Album "X" (ausgesprochen: "Multiply") verwendet haben soll.

Ed Sheeran beantragte, die Klage abzuweisen, der Richter fand jedoch "wesentliche Ähnlichkeiten zwischen mehreren musikalischen Elementen der beiden Werke".

In der Tat haben die zwei Lieder zumindest einen sehr ähnlichen Rhythmus. Aber die Frage, die die Jury beantworten muss, ist, ob der harmonische Rhythmus von "Let's Get It On" einen urheberrechtlichen Schutz verdient oder doch nur Allgemeingut ist.

Aufgrund eines anderen Songs desselben Albums, "Photograph", gab es eine Klage von Matt Cardle, der Ed Sheeran des Plagiats hinsichtlich seines Songs "Amazing" beschuldigte. Die Parteien einigten sich auf einen Vergleich, dessen Inhalt der Öffentlichkeit nicht bekannt ist.

Sheeran war des Plagiats in seinem Song "Shape Of You" vom Album "÷" (ausgesprochen: "Divide") beschuldigt worden. Später gab er zu, Elemente des TLC-Songs "No Scrubs" verwendet zu haben. Außerdem erinnert der Anfang des Songs an den Anfang von Tracy Chapmans "Mountain O' Things". Einige hören auch Ähnlichkeiten mit Sias Hit "Cheap Thrills".
/TWA

Dienstag, 1. Januar 2019

Was hat COVER.INFO 2018 geschafft?

Bereits 2017 begannen die Programmierarbeiten für das neue COVER.INFO. Die schon in der Weihnachtszeit 2017 begonnene inhaltliche Überarbeitung der Datenbank haben wir 2018 intensiv fortgesetzt. Dabei geht es vor allem darum, die Daten an die neue Struktur anzupassen (zu Einzelheiten siehe unseren Artikel vom 19. Juni 2018).

Am 6. Mai 2018 begann die Betaphase des neuen COVER.INFO. Wir geben einen kleinen Überblick über die wesentlichen Änderungen, die wir seitdem vorgenommen haben.

Oberbegriffe

Wir haben den Begriff Ursprungs-Songs als Oberbegriff für Originale und die Quellen von Medleys, von Zitaten und von Samples eingeführt. Folge-Songs verwenden wir als Oberbegriff für Cover-Versionen, Medleys, Samples und Musikzitate.

Anzeige der Anzahl an Ursprungs- und Folge-Songs

Wir zeigen neben Songs die Anzahl von Ursprungs-Songs (grüner Pfeil nach oben) und Folge-Songs (orange Pfeil nach unten) an. Dadurch erkennt ihr sofort, auf wie vielen anderen Songs ein Song basiert bzw. ob und wie oft er für spätere Songs verwendet wurde.

Hilfe überarbeitet

Wir haben die Hilfe neu geschrieben, um sie kürzer und verständlicher zu machen.

Optimierung der Labels

Labels kennzeichnen, um welche Art von Beziehung zwischen zwei Songs es sich handelt. Um die Verständlichkeit zu erhöhen, haben wir die Texte und Farben der Labels optimiert. Zusammengehörige Begriffspaare ( Cover  Original ,  Sample  Sample-Quelle  usw.) tragen jetzt jeweils die gleiche Farbe. Bei den Ursprungs-Songs heißen die Labels jetzt nicht mehr teilweise genauso wie bei den Folge-Songs, sondern es wurde das Wort "‑Quelle" angefügt. Statt Zitat heißt es beim Ursprungs-Song jetzt beispielsweise Zitat-Quelle.

Tabellenansicht

Auf vielfachen Wunsch lassen sich jetzt wieder alle von einem Künstler performten Songs in einer Tabellenansicht anzeigen. Diese findet ihr (nur auf ausreichend breiten Displays) auf Künstler-Seiten oben rechts.

Sortier-Funktionen

Wir haben an vielen Stellen die Sortier-Funktionen erweitert, um Suchergebnisse in eine andere Reihenfolge bringen zu können und so das Gesuchte schneller zu finden. Wir glauben, dass das die meisten Anforderungen abdeckt. Die Entwicklung einer Expertensuche erscheint damit weniger wichtig. Wir sehen wegen fehlender Ressourcen erst einmal davon ab und warten ab, ob sich die Sortier-Funktionen bewähren.

Volkslieder

Wir haben die technischen Voraussetzungen geschaffen, um Volkslieder besser abbilden zu können (wie in diesem Beispiel). Bislang wurden Interpreten-Namen wie "Volkslied" als Platzhalter verwendet werden. Die bestehenden Einträge müssen wir nach und nach überarbeiten.

Wie geht es weiter?

COVER.INFO wird sich auch in Zukunft weiterentwickeln. So werden wir unsere Startseite informativer gestalten und Formulare einführen, mit denen ihr Korrekturen und Neu-Einträge für die Datenbank melden könnt.

Die Redaktion hat sich vorgenommen, in den nächsten Jahren möglichst viele Datensätze zu überprüfen, um die Datenqualität auf COVER.INFO deutlich zu verbessern. Heute ist Quellenlage im Internet viel besser als zu der Zeit, als die älteren Datensätze in die Datenbank gekommen sind.

Wenn ihr uns finanziell unterstützen möchtet, dann bitten wir euch um Spenden an unseren gemeinnützigen Verein.
/TWA

Montag, 31. Dezember 2018

Das Ende von VIVA

Vermutlich wird fast niemand mehr den Musik-TV-Sender vermissen: VIVA hat heute um 14:00 Uhr seinen Sendebetrieb eingestellt.

Am 1. Dezember 1993 ging VIVA als deutsche Konkurrenz des englischsprachigen MTV Europe an den Start. Es ging darum, vor allem auch deutschsprachiger Musik eine Plattform zu geben. Shows wurden unter anderem von Stefan Raab, Heike Makatsch und Mola Adebisi moderiert. Durch VIVA bekannt wurden auch Jessica Schwarz, Matthias Opdenhövel, Klaas Heufer-Umlauf, Oliver Pocher, Nils Bokelberg, Sarah Kuttner, Enie van de Meiklokjes, Charlotte Roche und Tobias Schlegl.

2004 wurde der Sender von Viacom übernommen, der auch die Konkurrenz MTV gehörte.
Nachdem MTV ins Pay-TV gewechselt war, gab es bei VIVA ab 2011 auch Sendungen von MTV als Wiederholungen zu sehen. Seit 2014 sendete VIVA nicht mehr 24 Stunden am Tag, sondern teilte sich seinen Kanal überwiegend mit Comedy Central. Von 2 bis 14 Uhr erreichte VIVA seine Zielgruppe kaum noch.

Laut Viacom sei VIVA zwar profitabel gewesen, Viacom wolle sich aber auf seine drei Kernmarken MTV, Comedy Central und Nickelodeon konzentrieren.

"Der Sender, gestartet als deutscher Gegenentwurf zu MTV, prägte die Jugend der 90er Jahre und 2000er. VIVA war das YouTube und Spotify einer Generation von Jugendlichen, die Internetzugang noch pro Minute bezahlte", schreibt das Medienmagazin DWDL.de. Der Abschied von VIVA kam unscheinbar daher: keine Live-Show, sondern mit "VIVA Forever - Die Show" nur eine Sendung aus der Konserve.
/TWA