Donnerstag, 8. November 2018

Wird YouTube wegen "Artikel 13" nächstes Jahr gelöscht?

Ein Thema ist derzeit bei YouTube Deutschland im Trend: der Entwurf einer neuen Richtlinie der Europäischen Union zum Urheberrecht, die YouTube dazu zwingen könnte, seine Geschäftstätigkeit in Europa einzustellen. Zumindest sagen das manche Leute.
Zurzeit schlägt YouTube Deutschland schon bei Eingabe des Suchbegriffs "y" die Abfrage "youtube wird gelöscht" vor.

Dieser Pessimismus basiert auf einem Blogeintrag von YouTube-CEO Susan Wojcicki vom 22. Oktober 2018, in dem es heißt:
"... das EU-Parlament stimmte für Artikel 13 der Urheberrechtsgesetzgebung, die das Internet, das ihr heute kennt, drastisch verändern könnte.
Artikel 13, wie er geschrieben steht, droht Millionen von Menschen – von Machern wie euch bis hin zu alltäglichen Benutzern – die Fähigkeit zu nehmen, Inhalte auf Plattformen wie YouTube hochzuladen. Und er droht, Benutzer in der EU daran zu hindern, Inhalte anzusehen, die sich bereits anderswo auf den Kanälen von Erstellern befinden."
Am 2. November veröffentlichte der deutsche YouTube-Kanal WissensWert ein Video mit dem Titel "Warum es Youtube nächstes Jahr nicht mehr gibt". In diesem Video behauptete er, dass in einigen Monaten alle Kanäle, die wir lieben, außer denen einiger großen Firmen, gelöscht werden.

Die Wahrheit ist: Artikel 13 ist Teil des Vorschlags für eine RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt. In den Institutionen der Europäischen Union wird er jedoch immer noch diskutiert. Es ist immer noch unklar, welche die endgültige Version werden wird.

Zum Beispiel regelt der Text des Rates in Artikel 13, dass ein Anbieter von Online-Diensten, die Inhalte teilen, eine Genehmigung von den Rechteinhabern einholen muss, um öffentliche Werke oder andere Inhalte zu verbreiten oder zur Verfügung zu stellen. Wenn keine solche Genehmigung erteilt wurde, muss der Diensteanbieter die Verfügbarkeit dieser Werke und anderen Inhalte für seine Dienste verhindern.

YouTube erkennt, dass es nicht möglich ist, von jedem Rechteinhaber eine Genehmigung zu erhalten. Daher würde YouTube Gefahr laufen, von Rechteinhabern in Anspruch genommen zu werden. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, wäre das Löschen europäischer YouTube-Kanäle – außer einiger größerer, denen YouTube vertraut.

Die Folge dieses Szenarios wäre, dass die meisten Musikclips aus YouTube verschwinden, sodass sie nicht mehr in COVER.INFO eingebettet werden können.

YouTube startete die Kampagne #SaveYourInternet, um YouTuber zur Erstellung von Videos zu diesem Thema aufzufordern:
"Artikel 13 kann für uns alle umfassende, unerwünschte Folgen haben. Wir müssen gemeinsam eine bessere Lösung finden."
Wenn Diensteanbieter, die Online-Inhalte teilen, Filter verwenden, um hochgeladene Inhalte zu blockieren, die möglicherweise urheberrechtlich geschützte Werke verwenden, kann dies zur Zensur führen. Der Filter kann Inhalte blockieren, auch wenn ein Werk auf erlaubte Weise zitiert wird, beispielsweise wenn ein Foto gezeigt werden soll, um es zu erörtern. Die Wahrheit ist jedoch, dass Upload-Filter nichts Neues sind. YouTube verwendet sie bereits; sie werden als "Content ID" bezeichnet.

Wenn sich Social-Media-Unternehmen aus Europa zurückziehen, um sich der Haftung zu entziehen, gibt es wahrscheinlich keine zeitgenössischen Plattformen mehr, um Meinungen zu verbreiten.

Während es oberflächliche Petitionen auf change.org gibt und viele YouTube-Videos auf gleichem Niveau Missstimmung gegen die Europäische Union verbreiten, hat ein Sprecher der Europäischen Kommission die Kritik an Artikel 13 am 6. November als Unsinn bezeichnet, wie das deutsche Online-Magazin heise.de berichtet. Die Europäische Union sei nicht gegen das Internet, sagte er. Die Position der Rechteinhaber solle gestärkt und ihre sollten Inhalte besser vergütet werden.

Aufgrund ihrer Tragweite ist es sehr wichtig, sorgfältig einen angemessenen Wortlaut für die neue Urheberrechtsrichtlinie zu finden. Die Europäische Kommission begrüßt entsprechende Vorschläge.
/TWA

Sonntag, 30. September 2018

Neuer Plagiatsprozess um "Stairway To Heaven"

Randy California, ein Mitglied von Spirit, einer Psychedelic-Rock-Band aus Los Angeles, hat immer darauf hingewiesen, dass das Riff im Intro des 1971er Rockhits "Stairway To Heaven" von Led Zeppelin Ähnlichkeiten mit dem Instrumentalstück "Taurus" seiner Band aufweist, das er 1966 geschrieben und 1968 veröffentlicht hatte. Aber Randy California hatte nie das Geld, um eine Klage gegen Jimmy Page und Robert Plant, die Led-Zeppelin-Mitglieder, die "Stairway To Heaven" geschrieben hatten, einzureichen. Er starb 1997, als er mit einem Sohn im Meer schwamm, nachdem es ihm gelungen war, seinen Sohn vor der reißenden Strömung zu retten.



Schließlich hat Randy Californias Nachlassverwalter Michael Skidmore Jimmy Page und Robert Plant 2016 vor ein US-Bezirksgericht zitiert. Er möchte erreichen, dass Randy California als einer der Autoren von "Stairway To Heaven" anerkannt wird, damit seine Erben einige der Tantiemen bekommen. Es wird geschätzt, dass die Erben rund 40 Millionen US-Dollar erhalten würden. Obwohl Robert Plant 1970 ein Spirit-Konzert besuchte, bei dem er nach seiner Aussage nicht auf die Musik gehört, sondern stattdessen an der Bar Getränke zu sich genommen haben will, gewannen die Led Zeppelin-Mitglieder die Klage, weil das Gericht erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Liedern feststellte.



Ein Berufungsgericht in San Francisco hat gerade einen neuen Prozess zu diesem Fall angeordnet, weil der Richter des ersten Gerichts die Geschworenen über den Urheberrechtsschutz kurzer Tonfolgen falsch informiert hat. Ein weiteres Problem war, dass der Richter die Originalaufnahmen von Spirit und Led Zeppelin nicht einführte, sondern nur die Notenblätter berücksichtigte, die für den Rechtsstreit neu eingespielt wurden.

/TWA

Samstag, 4. August 2018

Wir wollen nur euer Geld – für einen guten Zweck!

Zum Unterhalt von COVER.INFO könnt ihr unserem gemeinnützigen Verein Spenden zukommen lassen, die in Deutschland von der Steuer absetzbar sind.

Ohne ganz viel ehrenamtliche Arbeit würde es COVER.INFO nicht geben. Dabei geht es aber nicht nur darum, die Datenbank zu pflegen und mit neuen Einträgen zu befüllen. Ohne die dahinterliegende Technik und die erforderlichen Administrations- und Programmiertätigkeiten gäbe es gar keine Datenbank.

Das Problem

Nicht nur das Hosting des Servers kostet Geld. Solange keine ehrenamtlichen Programmierer mit den erforderlichen Kenntnissen zur Verfügung stehen, werden auch immense Kosten für die Weiterentwicklung von COVER.INFO anfallen. Glücklicherweise haben wir aktuell noch Falko, der sich in den letzten Monaten die Zeit nehmen konnte, das neue COVER.INFO zu entwickeln. In Kürze wird sich Falko aber anderen Tätigkeiten zuwenden müssen.

COVER.INFO muss auf dem jeweiligen Stand der Technik gehalten werden. Das ist einerseits wichtig, damit die Website auf gängigen Browsern zuverlässig funktioniert. Andererseits erfordert dies aber auch die IT-Sicherheit. Soweit wir hier auf externen Sachverstand zurückgreifen müssen, entstehen hier hohe Kosten.

Außerdem soll die Website ja nicht auf dem aktuellen Stand bleiben, sondern auch hinsichtlich der Funktionen weiterentwickelt werden, um sie für euch noch nützlicher und benutzerfreundlicher zu machen.

Der Verein

Wir haben am 1. Juni den COVER.INFO n. e. V. als nicht eingetragenen Verein gegründet, der nun die Website COVER.INFO betreibt. Seine Gemeinnützigkeit wurde bereits vom zuständigen Finanzamt anerkannt. Deshalb können Spenden an den Verein in Deutschland von der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer abgesetzt werden. Der Verein darf entsprechende Spendenquittungen (Zuwendungsbestätigungen) ausstellen.

Dadurch kann der Verein steuerbegünstigte Spendengelder sammeln und so die Website COVER.INFO unterhalten, um zur Förderung der Volksbildung im Bereich der Unterhaltungsmusik beizutragen. Mehr zum Verein und seine Satzung findet ihr hier.

Spenden

Wenn ihr COVER.INFO finanziell unterstützen möchtet, könnt ihr uns derzeit per Banküberweisung oder über PayPal Geld zukommen lassen. Alle hierfür nötigen Infos findet ihr auf dieser Seite. Wir hoffen, dass ihr diese Datenbank genauso unterstützenswert findet wie unser Team.