Seit vielen Jahrhunderten ist es für unsere Musikkultur charakteristisch, dass musikalische Werke bearbeitet und in veränderter Form wiederverwendet werden. Das Oberstufenheft "Original und Bearbeitung. Coverversion, Remix, Sampling" von Christian Bielefeldt und Marc Pendzich setzt sich mit historischen, ästhetischen und kulturellen Aspekten dieses Phänomens auseinander.Dazu werden im ersten Teil zentrale Beispiele aus unterschiedlichen Epochen der europäischen Musikgeschichte vorgestellt. Im zweiten stehen popkulturelle Varianten der Bearbeitung im Mittelpunkt – von den "White Covers" der Rock'n'Roll-Ära über das Prinzip "Riddim" des Dub bis hin zur jüngsten Recycling-Variante der Bastards. Das Heft bietet neben Texten, Bildmaterialien und Mitspielsätzen vielfältige musikpraktische Arbeitsvorschläge, Klangbeispiele sowie Audiosamples zur Produktion eigener Coverversionen. Arbeitsheft (EUR 7,50) Cornelsen Verlag ISBN 978-3-06-081233-2 Lugert Verlag ISBN 978-3-89760-324-0 Media-Paket (Heft u. CD, EUR 19,00) Cornelsen Verlag ISBN 978-3-06-081031-4 Lugert Verlag ISBN 978-3-89760-323-3 | |
| Christian Bielefeldt, Marc Pendzich | |
Mittwoch, 23. Januar 2008
Buchempfehlung: Oberstufenheft "Original & Bearbeitung"
Freitag, 11. Januar 2008
Jahresbericht 2007
| Es war kurz nach Weihnachten und ich plante den diesjährigen Jahresbericht für coverinfo.de. Erst wollte ich kurz Bezug auf die Single-Charts nehmen und anschließend Schritt für Schritt die Album-Charts durchgehen und am Ende berichten, was sonst noch geschah. | |
| Dazu kam es aber nicht, da ich nirgends die offiziellen Album-Charts 2007 finden konnte. Somit werde ich, in einem fast euphorischen Zustand, mit den Single-Charts beginnen. | |
| Gleich eine Premiere zu Anfang. Ich habe die meistverkaufte Single 2007 noch nie gehört! | |
| Ob sich alle glücklich schätzen können, die DJ Ötzi & Nik P. mit „Ein Stern“ (korrekt „Ein Stern, der deinen Namen trägt“) kennen, bleibt den Menschen überlassen, die Geld dafür ausgegeben haben. Immerhin hat es DJ Ötzi in dieser Dekade schon zweimal geschafft, die Jahrescharts anzuführen. 2000 lag er mit „Anton aus Tirol“ ganz vorne. | |
| Auf Platz 2 und 3 findet sich gleich ein Dublette: Nelly Furtado. Die gute Frau hat inzwischen von ihrem 2006er Album „Loose“ geschlagene 8 Singles veröffentlicht. Letztes Jahr schafften es zwei Titel in die Jahreswertung, 2007 waren es „All Good Things“ vor „Say It Right“. Auf Platz 14 ist Frau Furtado zusammen mit Justin Timberlake, nicht zu verwechseln mit Timbaland, und dem Titel „Give It To Me“ zu finden. Ein Hoch auf die Kommerzialisierung der Musik. Wo sind die guten One-Hit-Wonder geblieben? Selbst Mark Medlock hat es mit „Now Or Never“ auf die Sieben geschafft. Zusammen mit Dieter Bohlen und „You Can Get It“ belegt er zudem noch die Acht. | |
| Anscheinend werden inzwischen so wenige Singles verkauft, dass jeder Mensch ohne Freunde, der mal im Fernsehen aufgetaucht ist und seine Seele verkauft hat, in die Top 10 kommt. Eigentlich sollte man das Ganze hier aus Verzweiflung abbrechen, aber ich muss meiner journalistischen Verpflichtung nachkommen und werde schweren Herzens weitermachen ... | |
| Auf Platz 9 kommt da genau das Richtige: Monrose – „Shame“. Außerdem belegen die drei Gören mit „Hot Summer“ die 15. | |
| Nun zur Statistik: Fünf Titel der Top 20 sind deutschsprachig. 2006 waren es 7. Interessanterweise ist in beiden Jahren Silbermond – „Das Beste“ vertreten. | |
| Die erfolgreichste Cover-Version stammt von Villa Valo und Natalia Avelon. Die beiden knöpften sich den Klassiker „Summer Wine“ von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra aus dem Jahr 1966 vor und kamen insgesamt auf Platz 4 der Jahrescharts. Das vermeintlich erfolgreichste Zitat verwendeten Ich + Ich in ihrem Song „Vom selben Stern“. Deutlich ist dort der Refrain des NDW-Stückes „Codo (Düse im Sauseschritt)“ aus 1983 zu hören. Wer hierbei an dem genauen Interpreten interessiert ist, soll bitte in der Datenbank nachschauen. Auch 24 Jahre später reichen schöne Melodien noch für einen Platz 6. | |
| Nun komme ich zu meiner ganz persönlichen Statistik: Wie viele Songs der Top 20 kenne ich nicht? Es sind 9. Dafür, dass ich früher die Top 20 aller Jahre mitsingen konnte, ein Armutszeugnis. | |
| Wer herausfinden will, ob er dieses Jahr etwas verpasst hat, sollte besser auf die Jahrescharts größerer, unabhängiger Musikseiten vertrauen. | |
| Jetzt aber genug von Charts bis zum nächsten Jahresrückblick. | |
| Vom 10. bis zum 12. Mai fand in Helsinki der Eurovision Song Contest statt und endete mit einem Skandal (vgl. Artikel vom 21.05.2007). Der Gewinnertitel „Molitva“ von der serbischen Teilnehmerin Marija Serifovic gewann vor Verka Serduchka mit „Dancing Lasha Tumbai“ aus der Ukraine. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Siegertitel eindeutig Teile eines Liedes einer albanischen Künstlerin enthielt (siehe Datenbank). Allerdings blieb dies ohne Folgen. Am 24. Mai 2008 wird regulär in Belgrad der diesjährige Contest stattfinden. Roger Cicero erreichte mit „Frauen regier’n die Welt“ für Deutschland nur Platz 19. Dies sorgte für medial aufgebauschte Kritik am Punktesystem, die sich aber als unhaltbar erwies. | |
| Wie im letzten Jahresbericht angekündigt, wurde das Problem mit den langsamen Datenbankzugriffen durch einen Serverumzug angegangen (siehe Artikel vom 20.04.2007). Durch die steigende Anzahl von Zugriffen, wurde ein leistungsfähigerer Server unumgänglich. Am 4. Oktober bekam coverinfo.de zudem noch ein neues Gesicht (siehe Artikel vom 04.10.2007). Die Datenbank wurde außerdem noch modifiziert und leistungsfähiger gestaltet. Dem einen oder anderen mögen die Werbebanner und Pop-Ups sehr störend vorkommen, allerdings sind wir darauf angewiesen, da wir nur so unsere Serverkosten decken können (siehe auch hierzu den Artikel vom 20.04.2007). coverinfo.de erzielt keinen finanziellen Gewinn! | |
| Am 14.10. wurde das neue Forum in Betrieb genommen (siehe Artikel vom 14.10.2007). Da wir auch eine hohe Anzahl an nichtdeutschsprachigen Besuchern haben, wurde ein Unterforum in Englisch eingerichtet. Ein Bedürfnis hierfür ließ sich aber bislang leider noch nicht feststellen. | |
| An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Besuchern und Einsendern von Zitaten und Cover.Versionen bedanken. | |
| Ich wünsche allen Lesern, auch im Namen der gesamten Redaktion, ein erfolgreiches Jahr 2008. | |
| Falko "Frab" Rickmeyer | |
Samstag, 20. Oktober 2007
Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
| Die Bundesländer diskutieren aktuell über ein neues Rundfunkgebührenmodell. Nach der aktuellen Rechtslage muss jeder, der ein Rundfunkgerät bereithält, Gebühren entrichten, die zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dienen. Privat genutzte Zweitgeräte sind dabei gebührenfrei, wenn man sie nicht in einer weiteren Wohnung betreibt. Leben in der Wohnung der Ehegatte oder aber Personen, die kein Einkommen über dem einfachen Sozialhilfegelsatz haben, so können auch sie anmeldefreie Zweitgeräte besitzen. Die Einzelheiten sind in § 5 des Rundfunkgebührenstaatsvertrages (RGebStV) geregelt. Weitere Informationen zur aktuellen Rechtslage sowie Kritik daran finden sich im News-Artikel vom 28.10.2006 – "Rundfunkgebühr für Internet-PCs". | |
| Nun wird darüber nachgedacht, ebendiesen Gebührenpflichttatbestand neu zu regeln. Der Vorschlag, den Rundfunk mittels Steuergeldern zu finanzieren, ist Medienberichten zufolge vom Tisch. Also wird überlegt, ob jeder, der Rundfunkgeräte besitzt, für sein Erstgerät bezahlen sollte, ohne z. B. die Ausnahme für Ehegatten. Nach einem anderen Vorschlag sollte es eine Prokopfabgabe geben. Manche wollen die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) mit ihren unseriösen Methoden gänzlich abschaffen, was zu begrüßen wäre. Die Abgabe soll dann von den Finanzämtern einzogen und an die Rundfunkanstalten weitergeleitet werden. So laufe das schließlich bei den Kirchensteuern und deren Weiterleitung an die Kirchen auch. Ein anderes Modell in der Diskussion ist eine Abgabe pro Haushalt, wobei noch nicht klar ist, was als Haushalt definiert werden soll. | |
| Auf jeden Fall muss sich irgendwas tun, denn die jetzige Lage ist unbefriedigend: Es ist zu leicht, "schwarz zu sehen", d. h. Rundfunk zu empfangen, ohne seiner Zahlungspflicht nachzukommen. Die GEZ hat nicht die nötigen Befugnisse, um Schwarzseher zu ermitteln. Denn der beste Weg, um sie zu überführen, ist das Betreten von Wohnungen zu dem Zweck, nach Rundfunkgeräten zu suchen. Doch die Wohnung ist nach Artikel 13 des Grundgesetzes unverletzlich. Ohne richterlichen Durchsuchungsbefehl kommt man da grundsätzlich nicht gegen den Willen des Bewohners hinein. Zumindest nicht rechtmäßig. Es gibt immer wieder Berichte über rechtswidriges Vorgehen der GEZ. Kein Wunder, dass sich Bürger dann gegenüber der GEZ auch rechtswidrig verhalten und ihre Geräte nicht melden. | |
| Da die neuen Gebührenmodelle aber aus Gerechtigkeitserwägungen überwiegend auch davon abhängig gemacht werden sollen, ob jemand tatsächlich Rundfunk empfängt, ist fraglich, ob die Fahndungstätigkeiten der GEZ dann entfallen könnten. Denkbar wäre es, gesetzlich zu vermuten, dass Bürger Rundfunk empfangen und damit zahlungspflichtig sind, ihnen aber den Gegenbeweis zu erlauben. Zum Zwecke der Beweisführung obläge es dann dem Bürger, ob er Kontrolleure der GEZ bzw. des Finanzamtes in seine Wohnung lässt, damit diese sich davon überzeugen können, dass er wirklich kein Rundfunkgerät besitzt bzw. zu besitzen scheint (Radios können ja klein und leicht zu verstecken sein). Bei einer solchen Regelung wäre jedenfalls mehr Gerechtigkeit zu erwarten als bei der jetzigen. | |
| Schließlich wird noch diskutiert, ob die Gebührenpflicht nur Privatleute treffen soll oder auch Unternehmen und wie ggf. die Rundfunkgebühr der Unternehmen berechnet werden soll. | |
| Quellen: - Rundfunkgebührenstaatsvertrag - Frankfurter Rundschau online: "AusGEZahlt?", Artikel vom 16.10.2007 - PC-WELT online: "Länder wollen vereinfachte Rundfunkgebühr oder Abgabe pro Haushalt", Artikel vom 19.10.2007 | |
| Thomas Wagner | |
Abonnieren
Posts (Atom)
Seit vielen Jahrhunderten ist es für unsere Musikkultur charakteristisch, dass musikalische Werke bearbeitet und in veränderter Form wiederverwendet werden. Das Oberstufenheft "Original und Bearbeitung. Coverversion, Remix, Sampling" von Christian Bielefeldt und Marc Pendzich setzt sich mit historischen, ästhetischen und kulturellen Aspekten dieses Phänomens auseinander.