Dienstag, 29. Dezember 2015

Lemmy ist verstorben

Nur wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag und wenige Tage, nachdem er erfahren hatte, dass er an einer aggressiven Krebserkrankung litt, ist Lemmy Kilmister verstorben.
 
Wegen gesundheitlicher Probleme (u. a. Diabetes) hatte Lemmy bereits in den vergangenen Monaten immer wieder Konzerte absagen oder kürzen müssen.
 
Lemmy war Mitglied der legendären Band Hawkwind und gründete 1975 die bekannte Band Motörhead.
 
Sein ausschweifender Lebensstil und sein exzessiver Alkoholkonsum zählten ebenso zu seinen Markenzeichen wie seine unverwechselbare Stimme bei Motörhead.
 
So gab er im Sommer in einem Interview bekannt, wegen seiner gesundheitlichen Probleme sei er von Whiskey auf Vodka umgeschwenkt.
 
Und so passen auch die Abschiedsworte seiner Bandkollegen:
 
„Spielt Motörhead laut, spielt Hawkwind laut, spielt Lemmys Musik laut. Gönnt euch einen Drink oder mehrere.“
 
Herbert Zach

Samstag, 14. November 2015

Taylor Swift gewinnt Rechtsstreit um "Shake It Off"-Songtext

Ein US-Gericht hat am 10. November 2015 eine Klage des R&B-Sängers Jesse Graham abgewiesen. Der wollte 42 Millionen Dollar Schadensersatz, weil Taylor Swift einen Songtextschnipsel von ihm gestohlen habe. In ihrem Hit "Shake It Off" heißt es: "Cause the players gonna play, play, play, play, play/And the haters gonna hate, hate, hate, hate, hate. (...) And the fakers gonna fake, fake, fake, fake, fake." Jesse Graham sang in seinem Song "Haters Gonna Hate" aus dem Jahre 2013 – übrigens auf eine völlig andere Melodie – den Text "Haters gonna hate/Players gonna play/Watch out for them fakers/They'll fake you every day."
Graham, der bürgerlich Jessie Braham heißt, behauptet, Taylor Swifts Songtext bestehe zu 92 % aus seinen Lyrics. Sein 22 Wörter umfassender Satz werde in "Shake It Off" 70-mal wiederholt. Das Gericht konnte solche Übereinstimmungen nicht finden. Außerdem stellte es fest, dass die Songs aus zwei völlig unterschiedlichen Genres stammen, und es arbeitete durch eine Internetrecherche heraus, dass es die Textstelle "Playas Gon' Play" schon im 2000 erschienenen gleichnamigen Song von 3LW gab. Außerdem werde die Phrase "Haters Gonna Hate" schon seit 2010 im Urban Dictionary referenziert.
Das Gericht wies die Klage ab und bewies dabei Humor: Es benutzte in der Urteilsbegründung Anspielungen auf einige Songtexte von Taylor Swift. Es schloss mit den Worten: "At least for the moment, Defendants have shaken off this lawsuit."

Quelle:
Entscheidung des United States District Court - Central District of California vom 10.11.2015, Case No. 2:15-cv-8422-MWF (GJSx)



Jesse Graham - "Haters Gone Hate" bei YouTube
Thomas Wagner 

Dienstag, 15. September 2015

Nach 22 Jahren schafft es "Schrei nach Liebe" auf die 1

Die Ärzte-Song "Schrei nach Liebe" schaffte es erstmals auf Platz 1 der offiziellen deutschen Single-Charts.
Vor 22 Jahren schrieben Farin Urlaub und Bela B. (Dirk Felsenheimer) einen Song über einen rechten Gewalttäter. Bis dahin hatte die politische Orientierung der Band in ihrer Musik keinen Niederschlag gefunden. Aber als Die Ärzte 1993 nach einer fünfjährigen Pause ihr Comeback feierten, hatte es in Deutschland eine Häufung von Gewalttaten gegen Ausländer gegeben, die ihren Höhepunkt in grausamen Tötungen nahm. Die Plattenfirma wollte, dass der Song "Mach die Augen zu" die erste Singleveröffentlichung nach der Reunion der Band wird, weil sie diesem Song größeres kommerzielles Potential beimaß. Die Ärzte setzten aber durch, dass zuerst "Schrei nach Liebe" veröffentlicht wird, weil ihnen zu dieser Zeit das politische Statement hinter dem Song ein wichtiges aktuelles Anliegen war.
In den Strophen des Liedes wird ein Nazi beschimpft („Du bist wirklich saudumm … alles muss man dir erklären, weil du wirklich gar nichts weißt …“), im Refrain wird ein Erklärungsversuch für seine Gesinnung gesucht („Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe, deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit, du hast nie gelernt, dich zu artikulieren, und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit – Arschloch!“)
Viele Radiosender wollten wegen der Verwendung dieses letzten Wortes den am 10. September 1993 veröffentlichten Song zunächst nicht spielen. Doch das Lied bekam dann doch den erhofften Airplay, und so wurde "Schrei nach Liebe" zur bis zu dieser Zeit meistverkauften Ärzte-Single. Sie erreichte Platz 9 der Single-Charts.
Im Rahmen der europäischen Flüchtlingskrise 2015 kam es in Deutschland wiederholt zu Brandanschlägen gegen Flüchtlingsunterkünfte. Dem Musiklehrer Gerhard Torges kam die Idee, die "Aktion Arschloch" ins Leben zu rufen. Über soziale Medien forderte er dazu auf, den Song "Schrei nach Liebe" zu kaufen, ihn in Netzwerken zu liken und ihn auf Partys und bei Radiosendern zu wünschen, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen.
Die Ärzte erfuhren davon und kündigten an, die Einnahmen aus den Verkäufen und Airplays an die Menschenrechtsorganisation PRO ASYL zu spenden. Der Song stieg auf Platz 12 der Single-Charts ein und schaffte es eine Woche später, am 11. September 2015, zum ersten Mal in seiner Geschichte auf Platz 1 der deutschen Charts. Inzwischen verzichten auch Finetunes, Amazon, Google, Apple und Universal Publishing zugunsten von PRO ASYL auf ihre Einnahmen aus der Verwertung des Songs.



Quellen:
– „Schrei nach Liebe“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. September 2015, 02:42 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schrei_nach_Liebe&oldid=145986019 [besucht am 14.09.2015];
– die ärzte – Offizielle Homepage. URL: http://www.bademeister.com [besucht am 14.09.2015]
Thomas Wagner