Donnerstag, 8. Dezember 2016

Greg Lake †

Der 1947 in England geborene Musiker Gregory Stuart „Greg“ Lake gilt als einflussreichster Gitarrist im Progressive Rock – sein bekanntester Song war wohl „Lucky Man“, mit dem ELP auch großen Erfolg hatte.
 
Den ersten Höhepunkt seiner Karriere hatte er mit der Band King Crimson, mit der er zwei Platten aufnahm, ehe er mit Keith Emerson und Carl Palmer das Trio Emerson, Lake & Palmer (ELP) gründete. Mit dieser Band waren sie in den 70er Jahren maßgeblich an der Entwicklung des Progressive Rock beteiligt und brachten erfolgreiche LPs auf den Markt, die fast alle mit Gold veredelt wurden.
 
Nachdem sich die Band Anfang 1980 aufgelöst hatte, brachte er gemeinsam mit Gary Moore zwei Solo-Platten heraus und 1984 versuchte man ein Comeback von ELP. Da Drummer Carl Palmer jedoch an seine Band „Asia“ gebunden war, sprang der weltbekannte Drummer Cozy Powell ein und als Emerson, Lake & Powell veröffentlichte man 1986 ein Album, löste sich aber nach Streitigkeiten im gleichen Jahr wieder auf.
 
Immer wieder versuchte man, ELP zu vereinen, doch die Kluft zwischen den Mitgliedern war zu groß, trotzdem wurde 1992 nochmals ein gemeinsames Album in Originalbesetzung veröffentlicht.
 
Mit verschiedenen Musikern war er noch bis 2010 aktiv, danach zog er sich zunehmend zurück und verstarb am 07.12.2016 nach langjährigem Kampf an Krebs.
 
Sein früherer Bandkollege Keith Emerson hatte sich nach einer chronischen Nervenerkrankung bereits am 10. März des heurigen Jahres erschossen.
 
Herbert Zach

Dienstag, 6. Dezember 2016

In Erinnerung: Holger Andersen aus Lüneburg

Tagtäglich erreichen uns Dutzende Mails – teils von Personen, die uns einmal oder nur selten schreiben, fallweise von Personen, die viel Zeit aufbringen, um auch ihre Liebe und ihr Interesse zur Musik mit uns zu teilen und uns ihre herausgefundenen Cover-Versionen, Ergänzungen oder Korrekturen zukommen zu lassen.
 
Doch selten kommt ein etwas näherer Kontakt mit den Zusendern zustande, hin und wieder Rückfragen, hin und wieder ein paar persönliche Worte und nur selten wird es ein freundschaftlicher Kontakt.
 
Einer dieser regelmäßigen Zusender war Holger Andersen aus Lüneburg – er hat uns seit Jahren regelmäßig Neuerscheinungen zugesendet. Vor einiger Zeit dann eine überraschende Pause, die später durch ihn mit einem persönlichen Schicksalsschlag begründet wurde, und danach hat er sich richtiggehend in die Musikwelt gestürzt – hat unsere Datenbank mit Ergänzungen von Urhebern gefüllt, hat die Datenbank nach fehlenden Jahreszahlen durchforstet und ergänzt und hat uns in den letzten Monaten mit Massen an Mails an den Rande des Zusammenbruches bzw. der Machbarkeit gebracht – bis zum 27.10.2016, als seine letzte Mail eintraf.
 
Und diese erneute plötzliche unangekündigte Pause war ein schlechtes Zeichen – natürlich hoffte man vorerst auf einen Urlaub, eine Kur, eine Schaffenspause ...
 
Eine E-Mail an ihn blieb unbeantwortet und mit Fortdauer der Pause wurde das schlechte Gefühl stärker, dass eine Krankheit oder etwas Schlimmeres passiert sein könnte ... Erst vor zwei Tagen bei einer Redaktionssitzung per Skype wurden Überlegungen und Vermutungen angestellt und es wurde bemerkt, dass man eigentlich keine Möglichkeit hat, Näheres über ihn in Erfahrung zu bringen.
 
Und gestern erhielten wir leider eine anonyme Mail (scheinbar von seinem Rechner aus), in der uns mitgeteilt wurde, dass Holger Andersen am 31.10.2016 – also 4 Tage nach seiner letzten Mail an uns – verstorben sei.
 
Holger – auch wenn ich dich nicht näher kannte und es bei den persönlichen Mails nur ein paar Dankesworte von meiner Seite für deine Arbeit gab – mit deinen umfangreichen Zusendungen hast du unsere Datenbank enorm ergänzt, korrigiert und erweitert – du warst ein inoffizielles Mitglied unseres Teams.
 
Und ich möchte mit den Worten schließen, die uns der anonyme Zusender mit seiner Nachricht mitgeschickt hat:
 
Das Sichtbare ist vergangen,
es bleibt nur die Liebe und die Erinnerung.
Holger Andersen
* 17. Januar 1949
† 31. Oktober 2016

 
Holger – die Erinnerung an dich wird in unserem Team und unserem Projekt ewig bestehen bleiben!
 
Für die gesamte Redaktion von coverinfo.de – ein letztes Mal – DANKE FÜR ALLES!
 
Herbert Zach

Samstag, 26. November 2016

tape.tv stellt seinen Betrieb ein

Das erste personalisierte Musikfernsehen musste Insolvenz anmelden. 2008 ging tape.tv an den Start als die Internet-Alternative zu Musikfernsehsendern wie VIVA und MTV. Auf tape.tv konnte sich der Zuschauer ebenso von redaktionell zusammengestellten Musikvideoclips berieseln lassen wie auch gezielt seine gewünschten Videoclips anschauen – kostenlos und werbefinanziert. Über 100.000 Musikvideos waren verfügbar. Außerdem gab es exklusiven Content mit Eigenproduktionen wie „Auf den Dächern“ und „on tape“. Künstler spielten manche ihrer Songs live für tape.tv ein; die Auftritte konnte man sich dann dort ansehen.
 
tape.tv wollte sich nun neu ausrichten und das Hauptaugenmerk auf die Präsentation von Konzerten legen. Doch der Investor, mit dem tape.tv in den letzten Wochen produktiv zusammenarbeitete, sprang ab. tape.tv ist nun zahlungsunfähig und meldete Insolvenz an. Die Plattform wurde abgeschaltet.
 
tape.tv schrieb seine Nutzer per E-Mail an und bot ihnen an, innerhalb der nächsten Tage ihre bei tape.tv gespeicherten Playlists herunterzuladen.
 
Das Internet ist um eine wichtige Musikplattform ärmer. Der Videoplattform YouTube wird das gewiss den Rücken stärken.
 
Thomas Wagner