| Am Samstag, den 12. Mai, war es wieder so weit. Der Eurovision Song Contest fand in Helsinki statt. 2006 hatte ihn die finnische Band Lordi mit dem Titel "Hard Rock Hallelujah" in das Land der tausend Seen geholt. Von den ursprünglich 43 Ländern traten letztendlich nur 42 an, weil Monaco seine Teilnahme zurückzog. Italien, das seit 1998 durch Abwesenheit aufgrund von mangelnden Einschaltquoten glänzte, war auch dieses Jahr nicht dabei. | |
| Am 10. Mai fand das so genannte Halbfinale statt. DJ BoBo, der für die Schweiz antrat, schied zu Recht mit seinem Titel "Vampires Are Alive" aus. Mit einer Mischung aus dem Star Wars Theme und 90er-Jahre-Pop, der irgendwie an Chipz und Banaroo erinnert, kein Wunder. Neben der Schweiz schieden auch Belgien, die Niederlande, Polen und Österreich aus. Auch der israelische Beitrag, der im Vorfeld für Kritik sorgte, konnte sich nicht durchsetzen. | |
| Unter den 24 Finalteilnehmern waren somit nur noch neun westeuropäische Länder. Wobei die "vier Großen", Deutschland, England, Frankreich und Spanien, von vorne rein qualifiziert waren. Das Gleiche galt für den Vorjahresgewinner Finnland. Das Halbfinale wurde im Übrigen vom serbischen Beitrag gewonnen. | |
| Am 12. Mai war es nun so weit. Im Prinzip war alles wie jedes Jahr. Nervige Moderatoren und dauernd diese kleinen Einspielungen zwischen den Beiträgen. | |
| Nach dem ersten Beitrag kam die spanische Gruppe D'Nash – "I Love You Mi Vida". Mal davon abgesehen, dass sich das Lied verdammt nach East 17 anhörte, sahen sie auch noch so aus. Gleich im Anschluss kam der weißrussische Beitrag. Ein Mann namens Koldun und mit verblüffender Ähnlichkeit mit Ken (von Barbie), wie Peter Urban passend bemerkte, sang "Work Your Magic". Nach ein paar normalen Auftritten kam The Ark aus Schweden. Irgendwie erinnerte einen der Sänger an Tokio Hotel oder war es doch der Psychopath aus "Schweigen der Lämmer"? Zumindest lieferten sie eine guten Auftritt mit ihrem Song "The Worrying Kind" ab. Was für das Auge bot der 15. Beitrag aus Russland. Drei hübsche Mädels räkelten sich lasziv am Mikrofon und sangen unter dem Namen Serebro das gar nicht mal so schlechte Lied "Number One Song". | |
| Es folgte der deutsche Beitrag. Entgegen der Erwartungen sang Roger Cicero eine Strophe des Stückes "Frauen regier'n die Welt" auf Englisch. Es war ein solider, unauffälliger Auftritt. | |
| Wer behauptete, nur schöne, großbrüstige Frauen können diesen Wettbewerb gewinnen, wurde dieses Jahr eines besseren belehrt. Ein Wesen, halb Angela Merkel, halb Daniel Küblböck mit dem Namen Marija Šerifovic sang inbrünstig "Molitva". Das mag jetzt vielleicht sehr hart klingen, aber was der armen Frau mit diesem Outfit angetan wurde, war einfach grausam. | |
| Was dann folgte, grenzt an die Vorstellungskraft des menschlichen Geistes. Wer sich Werka Serdjutschka – "Dancing Lasha Tumbai" doch einmal zu Gemüte führen will, sollte einfach mal bei youtube danach suchen. Der ukrainische Beitrag blieb aber im Ohr, auch wenn man das Genre als Techno-Polka beschreiben kann. | |
| Startnummer 19 hatte die englische Gruppe Scooch. Ihr Titel "Flying The Flag (For You)" gehörte in die Kategorie "seelenloser Plastikpop", der einen schon beim ersten Hören langweilt. | |
| Nachdem alle 24 Interpreten ihre Auftritte hatten, folgte eine gute Bühnenshow mit Apocalyptica. Im Anschluss kam es wie immer zum eigentlichen Highlight dieser Veranstaltung: der Punktevergabe. Stimmberechtigt waren alle 42 Teilnehmerländer. Die ersten 7 Punkte wurden nicht vorgetragen, sondern eingeblendet. Punkte 8, 10 und 12 wurden wie immer verlesen. | |
| Am Ende stand Serbien mit 268 Punkten, gefolgt von der Ukraine mit 235 vorne. Den dritten Platz belegte Russland mit 207 Zählern. Letzter wurde Irland mit nur 5 Punkten. | |
| Vorletzte wurden England und Frankreich mit je 19 Punkten. Platz 20 belegte Spanien. Deutschland wurde 19. und hat es somit wieder geschafft, bester "der großen Vier" zu sein! Bester westeuropäischer Teilnehmer war die Türkei mit 163 Punkten auf Platz 4. | |
| Nun wurde Kritik laut. Die osteuropäischen Staaten würden sich gegenseitig die Punkte zuschieben und es drehe sich alle nur am Patriotismus. | |
| Diese Behauptung ist bei näherer Betrachtung nicht haltbar. Werfen wir als erstes einen Blick auf "die großen Vier". Jedem realistisch denkendem Mensch war klar, dass Roger Cicero keine Chance hatte, unter die ersten 10 zu kommen. Dafür ist Swing einfach zu unpopulär, vor allem auf Deutsch. Etwas enttäuscht darf man wohl über die Stimmen aus Österreich und der Schweiz sein. Jeweils gab es nur 7 Punkte. Selbst wenn sie uns aber wie in alten Zeiten 12 Punkte gegeben hätten, wäre kein Platz unter den ersten 10 dabei herausgekommen. Nun stellt sich natürlich die Frage, inwiefern uns Monrose oder Heinz Rudolf Kunze weitergebracht hätten. | |
| Die Titel der anderen Großen haben genau den Platz erreicht, den sie verdient haben. Spanien bekam interessanterweise aus Albanien die Höchstpunktzahl, aus dem Nachbarland Portugal nur 8 Zähler und keinen einzigen aus Andorra. England traf musikalisch genau den Geschmack in Malta und bekam 12 von ihren insgesamt 19 Punkten. Irland steuerte die restlichen 7 bei. Im Gegenzug gab es von England keinen einzigen Zähler für Irland. | |
| Aus Deutschland kamen natürlich 12 Punkte für die Türkei. Einige Dinge werden sich wohl nie ändern. Gewinner Serbien bekam aus fünf Ländern keine und aus neun 12 Punkte. Ansonsten waren so gut wie alle Wertungsstufen vertreten, wobei die 12 aus ost- wie westeuropäischen Ländern kamen. Die 12 Zähler aus Montenegro fallen an dieser Stelle nicht ins Gewicht. | |
| Punktemagnet Russland kann man eigentlich nur den "12-Punkte-Tausch" mit Weißrussland vorwerfen. Die Sowjetunion mag zwar noch den einen oder anderen Zähler gebracht haben, allerdings gab es auch hier eine gleichmäßige Verteilung von West und Ost. Die kulturellen Gemeinsamkeiten sollte man auch nicht vergessen. Russland hat einfach viele Nachbarn. | |
| Es lässt sich entgegen der Kritik sogar das Fazit ziehen, dass die patriotische Punktevergabe immer weiter zurückgeht und am Ende wirklich das beste Lied gewinnt. Zudem hätte sich kaum etwas an der Platzverteilung geändert, wenn nur die 21 westeuropäischen Länder abgestimmt hätten. | |
| Die Welt könnte so schön sein, doch eine riesige, tiefschwarze Wolke verdunkelt auf einen Schlag alles. Das Gewinnerlied ist ein Plagiat! Wollen wir nicht zu voreilig sein. Die Vorlage stammt von der Sängerin Soni Malaj. 2006 trat sie auf dem albanischen Musikfestival "Top Fest" auf. Vergleicht man den Titel "Ndarja" mit dem Song-Contest-Gewinnertitel, so fällt doch eine verblüffende Ähnlichkeit auf, die vor allem im Refrain deutlich wird. Außerdem sieht die Albanerin wesentlich besser aus. Dass es sich um einen Zufall handelt, ist wohl ziemlich unwahrscheinlich, da Serbien und Albanien Nachbarländer sind. Von offizieller Seite wurde sich noch nicht geäußert. | |
| Falko "Frab" Rickmeyer | |
Montag, 21. Mai 2007
Eurovision Song Contest 2007
Freitag, 20. April 2007
Neuer Server trotz sinkender Werbeeinnahmen – oder: Wie Werbeblocker Websites töten
| Umzug auf leistungsfähigeren Server | |
| Wer in den letzten Monaten unsere Datenbank benutzt hat, dem wird eines nicht entgangen sein: Die zunehmende Größe unserer Datenbank hat den Server in die Knie gezwungen; es dauerte bei Suchanfragen sehr lange, bis die Datenbank ein Ergebnis auswarf. Zur Behebung dieses Problems zogen wir heute auf einen leistungsfähigeren Server um. | |
| Ein solcher Umzug war längst überfällig. Es war aber nicht leicht für uns, einen neuen Server zu finden. Denn dieser musste nicht nur leistungsfähig genug, sondern auch bezahlbar für uns sein. Steigende Servermietkosten auf dem Markt, die nicht etwa nur auf der Mehrwertsteuererhöhung basieren, und vor allem sinkende Werbeeinnahmen waren der Grund dafür, dass wohlüberlegt sein musste, bei welchem Anbieter wir einen Server mieten würden. Verzögert hat sich das alles auch noch dadurch, dass viele Server-Anbieter es nicht für nötig hielten, auf Anfragen von Neukunden zu antworten oder Vertragsverhandlungen mit einer Ablehnung zu beenden. Offenbar ist es heutzutage üblich, einfach nicht mehr zu antworten, um zum Ausdruck zu bringen, dass man nicht mehr am Geldverdienen interessiert ist. | |
| coverinfo.de macht mit Werbung keinen Gewinn | |
| Bezüglich der Werbung sei gesagt, dass viele Homepages, so auch diese, mittels Werbung finanziert oder mitfinanziert werden. coverinfo.de macht allerdings, entgegen dem Eindruck einiger Besucher, die sich bei uns über zu viel Werbung auf unserer Website beschweren, mit den Werbeeinnahmen keinen Gewinn! Die Werbung dient dazu, die Serverkosten und teilweise die Internetzugangskosten unserer Redakteure zu decken. Den Differenzbetrag zahlt jeder Redakteur aus eigener Tasche. Erst recht bleibt kein Geld übrig, um die Redakteure für ihre Arbeitsleistung zu bezahlen. Unsere Redakteure arbeiten also gänzlich unentgeltlich in ihrer Freizeit an diesem Projekt. | |
| Über Internetwerbung im Allgemeinen | |
| Internetwerbung wird meist pro Einblendung oder – der Regelfall bei Bannerwerbung – pro Klick auf ein Werbebanner bezahlt. Viele Surfer aber wollen keine Werbung im Internet zu sehen bekommen; sie verwenden Werbeblockersoftware. Diese verhindert, dass der Surfer Werbung ausgeliefert bekommt. Folglich kann dem Website-Betreiber auch keine Werbeeinblendung vergütet werden; erst recht sieht der Surfer kein Banner, das er anklicken könnte, woran der Betreiber etwas verdienen würde. | |
| Wenn aber die Webseiten-Betreiber nichts verdienen, verdienen auch die Vermarkter nichts. Das sind diejenigen Unternehmer, die Werbekunden akquirieren, deren Kampagnen dann auf den Websites zu sehen sind, die sich außerdem um die für die Anzeige der Werbung und für die Abrechnung nötige Technik kümmern und die das Geld von den Werbekunden eintreiben und anteilig an die Website-Betreiber weiterleiten – ein Teil der Einnahmen verbleibt bei den Vermarktern als Vergütung für ihre Tätigkeit. | |
| Also kommt es zu einem Wettlauf zwischen Werbeblocker-Herstellern und Vermarktern: Die Vermarkter versuchen, immer neue Werbeformen zu entwickeln, die nicht geblockt werden, und die Werbeblocker-Hersteller versuchen, ihre Werbeblocker entsprechend zu aktualisieren, damit auch diese neuartigen Werbeformen herausgefiltert werden. Das ist vergleichbar mit dem Bereich der Fahrraddiebstähle: Es kommen immer bessere Fahrradschlösser auf den Markt, also müssen sich die Diebe mit noch besseren Werkzeugen ausrüsten, um die Schlösser zu knacken. | |
| Dass die Werbeblocker-Hersteller nicht schlafen, merken wir an unseren Werbeeinnahmen. Die sind in den letzten Monaten zurückgegangen, ohne dass es einen entsprechenden Besucherrückgang gegeben hätte. Im Monat März 2007 aber sind sie stark eingebrochen. Offenbar gehört die von uns seit Januar 2005 erfolgreich eingesetzte Werbeform des Layers jetzt auch zu denen, die geblockt werden. Wir werden daher sehr bald andere Werbeformen einsetzen müssen, um überhaupt die Miete für unseren neuen Server aufbringen zu können. | |
| Folgen des Einsatzes von Werbeblockern | |
| Wer als Surfer Werbeblocker einsetzt, sollte sich bewusst sein, dass er damit kostenlosen Webangeboten auf lange Sicht den Garaus macht! Solche Surfer verursachen durch ihren Besuch Kosten, insbesondere Traffickosten, wie jeder andere Besucher auch; aber sie bringen den Website-Betreibern kein Geld ein. Die Folge ist, dass die Betreiber denjenigen Besuchern, die keine Werbeblocker verwenden, umso mehr Werbung zeigen müssen, um diesen Ausfall auszugleichen. Mit zunehmender Verbreitung von Werbeblockern bei den Surfern wird eine solche Kompensation nicht mehr möglich sein. | |
| Die zunehmende Verbreitung von Werbeblockern könnte folgende Konsequenzen haben: Entweder wird man versuchen, Technologien zu entwickeln, die Besucher mit Werbeblockern von der Benutzung einer Website ausschließen – der Internetauftritt eines großen deutschen Nachrichtenmagazins hat Berichten im Internet zufolge so etwas schon einmal vorübergehend getestet. Oder aber es könnte dazu kommen, dass die Anzahl kostenloser Webangebote zurückgeht. | |
| Projekte wie z. B. umfangreiche Musikdatenbanken, die eine gewisse Serverhardware erfordern, kommen nicht mit Webhostingangeboten aus, wie man sie aus der Werbung kennt: "eigene Homepage ab 1,95 Euro im Monat". Und wenn solche Projekte die Freiwilligen, die ihre Freizeit dafür aufwenden, neben der vielen Zeit auch noch einen Haufen Geld kosten sollen, dann werden sich die Betreiber überlegen müssen, ob das Projekt weiterbetrieben wird. | |
| Diese Hintergründe sollten sich auch unsere Besucher klarmachen, bevor sie sich – was aber bisher nur ganz vereinzelt vorkam – bei uns über die Werbung auf unserer Website beschweren. Man sollte nicht vergessen: Man bekommt zwar Werbung anzeigt, die auch lästig sein kann, man erhält aber auch eine kostenlose Dienstleistung. Privatfernsehen oder -radio z. B. funktioniert auch nicht anders. Und im Kino bekommt man sogar meistens Werbung zu sehen, obwohl es Eintritt kostet ... | |
| Thomas Wagner | |
Sonntag, 14. Januar 2007
coverinfo.de-Jahresbericht 2006
| Nun haben wir 2007 und es wird wieder Zeit für meinen alljährlichen musikalischen Bericht. Fangen wir diesmal von hinten an. | |
| 1991 veröffentlichte Denzil Slemming unter dem Namen L.A. Style den Titel "James Brown Is Dead". Noch im selben Jahr erschien "James Brown Is Still Alive" von Holy Noise auf dem Markt. 15 Jahre lang hatte diese Richtigstellung auch tatsächlich Bestand. Aber wie es das Leben so an sich hat, steht am Ende nun mal der Tod. James Brown starb am 25. Dezember im Alter von 73 Jahren an einer Lungenentzündung. | |
| Am 23.11.2006 wurde die Welt um eine Castingband reicher. Die fünfte "Popstars"-Staffel hatte auf ProSieben seine drei Mitglieder für die Girlband Monrose gefunden. Wie es sich gehört, stieg die dazugehörige Single "Shame" auf der 1 ein. In die Jahrescharts haben sie es allerdings noch nicht geschafft. Man darf dieses Jahr damit rechnen. Schließlich hat "Shame" mit 150.000 verkauften Exemplaren schon Goldstatus, das Album hat Platin. | |
| Am 8. März 2007 werden sie uns mit einem Auftritt beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest beglücken. Aufgrund der guten Einschaltquote hat ProSieben für 2007 gleich eine sechste "Popstars"-Staffel geplant. | |
| Im Sommer war sie endlich da. Die Fußball-WM 2006 im eigenen Land. Natürlich hatte dies auch Einfluss auf die Musikwelt in Deutschland. | |
| Insgesamt haben sechs Songs der deutschen Top 20 des Jahres mit der WM zu tun. Auf Platz 17 steht Oliver Pocher mit "Schwarz und weiss" (sic!), im Original übrigens als "Black & White" von Frameless aus dem Jahr 2004. | |
| Auf Platz 15 folgt Xavier Naidoo mit "Danke". Ein "Danke" hat unsere Mannschaft schon verdient, aber musste es wirklich so ein Song sein? Es läuft einem doch jedes Mal ein Schauer über den Rücken, wenn es heißt "Christoph Metzelder war Feuermelder und Feuerlöscher der Spielfelder". Gab es jemals ein gutes Lied, in dem "Feuerlöscher" verwendet wurde? | |
| Der dritte hier zu erwähnende WM-Song ist auch von Xavier Naidoo. "Dieser Weg" wurde eigentlich schon Ende 2005 veröffentlicht und ist bis heute in den Charts verblieben (58 Wochen)! Damit hat er die Randfichten geschlagen, welche 54 Wochen mit "Lebt denn dr alte Holzmichl noch…?" in den Top 100 vertreten waren. Dass der Song so lange überlebt hat, ist wohl auch dem Film zur WM "Deutschland ein Sommermärchen" geschuldet, in dem "Dieser Weg" oft genug auftaucht. | |
| Auf Platz steht 6 steht Herbert Grönemeyer mit der Unterstützung von Amadou und Mariam. "Zeit, dass sich was dreht" beginnt philosophisch und wird durch Trommeln und Ethnogesänge zur offiziellen Hymne der Fußball-WM 2006. | |
| Mit "54, 74, 90, 2006" schafften es die Sportfreunde Stiller auf die 5. Nachdem am 4. Juli der Traum vom Weltmeistertitel platzte, wurde der Titel kurzerhand in "54, 74, 90, 2010" umbenannt. | |
| Kommen wir nun zur offiziellen Hymne des WM-Maskottchens (nicht zu verwechseln mit der offiziellen WM-Hymne) und zum Hit des Jahres: Goleo VI presents Bob Sinclar feat. Gary Pine mit "Love Generation". Im Video dieses Gute-Laune-Liedes hatte das Maskottchen, Goleo VI, seinen ersten großen Auftritt. Es folgte Goleo VI presents Lumidee & Fatman Scoop mit "Dance!". Dieser Song basiert auf Whitney Houstons "I Wanna Dance With Somebody" und brachte es sogar noch auf Platz 33 der Jahrescharts. Danach kam "All Together Now", wobei Goleo Atomic Kitten präsentierte. Das ist im Übrigen eine Coverversion von The Farm und basiert auf Pachelbels Kanon. Den letzten Auftritt in den Charts hatte Goleo VI mit Patrizio Buanne. Unter dem Titel "Stand Up! (Champions' Theme)" wurde wenig erfolgreich "Go West" von den Village People verarbeitet. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was diese Lieder mit Fußball zu tun haben. Die Antwort kann einfach nur Kommerz heißen. Dem Franzosen Christophe Le Fraint, bei uns bekannt als Bob Sinclar, dürfte es allerdings egal sein, was aus Goleo wurde. Obwohl er bei uns zu Lande unbekannt ist, hat der Mann im letzten Jahr sein 19. Studioalbum veröffentlicht und wurde bei den World Music Awards als derzeit bester DJ der Welt ausgezeichnet. | |
| Damit genug zur Fußball-WM 2006 in Deutschland. | |
| Ein wirklich musikalisches Highlight lieferte der Eurovision Song Contest. Lordi, eine finnische Monster-Heavy-Metal-Band, gewann vor Russland und Rumänien. Neben der Tatsache, dass sie den Contest hoch in den Norden, nach Helsinki, geholt haben, darf sich die fünfköpfige Band über einen Platz 27 in den deutschen Jahrescharts freuen. Auch das Album "The Arockalypse" verkaufte sich gut. Sänger Lordi heiratete zudem seine persönliche Assistentin. Ein durchaus erfolgreiches Jahr für die Finnen. | |
| Schlecht schnitt der deutsche Beitrag ab. Mit 36 Punkten belegte Texas Lightning nur Platz 15. Trotz eines guten Auftritts kam "No No Never" nicht beim Publikum an und selbst aus unseren Nachbarländern gab es nicht mehr als 7 Punkte. Zudem war Österreich schon in der Vorrunde ausgeschieden und im Finale beim Telefonvoting nicht dabei. Als weiterer Grund wird eine schlechte Promotion genannt. Nicht besser erging es den anderen "Großen". Großbritannien wurde 19., Spanien 21. und Frankreich 22. Immerhin muss man anerkennen, dass es besser als letztes Jahr lief, wo geschlossen die letzten vier Plätze belegt wurden. | |
| Trotzdem sollte sich der Ärger bei Texas Lightning in Grenzen halten. "No No Never" wurde hinter "Love Generation" die meistverkaufte Maxi in Deutschland. Die drei goldenen Schallplatten für über 450.000 verkaufte Exemplare dürften über den Schmerz hinwegtrösten. | |
| Am 18. März stand Tobias Regner als Sieger der 3. Staffel "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS") fest. Über 7 Millionen Fernsehzuschauer erlebten mit, wie er sich knapp gegen Mike-Leon Gosch durchsetzte. Die dazugehörige Single "I Still Burn" stieg auf der 1 ein, hielt sich 6 Wochen in den Top 10, stürzte dann allerdings ziemlich schnell ab. Die beiden Nachfolge-Singles "She's So" und "Cool Without You" brachten keinen großen Erfolg. | |
| Für Ersatz ist aber bald wieder gesorgt. Die vierte Staffel startete bereits am 10. Januar 2007. | |
| Neben dem Eurovison Song Contest fand am 9. Februar 2006 zum zweiten Mal der Bundesvision Song Contest statt. Bei der von Stefan Raab initiierten Veranstaltung treten die 16 Bundesländer gegeneinander an, wobei die jeweiligen Interpreten mehr oder weniger an ihr Land gebunden sind. Obwohl dem Ganzen eher ein humoristischer Charakter zuzuschreiben ist, liefert dieser Wettbewerb doch einen kleinen Einblick in das deutsche Popgeschehen des Jahres. 2006 gewann Seeed mit "Ding". Tatsächlich schaffte es der Titel auf Platz 22 der Jahrescharts. | |
| Bei all diesen Betrachtungen fällt allerdings auf, dass die Charts in der bisherigen Form immer mehr an Bedeutung verlieren. Wohl noch nie haben sich so wenige Interpreten die 100 Plätze unter sich aufgeteilt. Vier Songs brachten die Pussycat Dolls in die Charts. Dreimal vertreten waren Xavier Naidoo, Tokio Hotel und Pink. Das Doppel schafften: Christina Aguilera, Christina Stürmer, Lafee, Nelly Furtado, Bob Sinclar, Black Eyed Peas, Shakira, Madonna, Eminem, Silbermond, Rosenstolz, Beyoncé, Robbie Williams, Kelly Clarkson, Rihanna, Justin Timberlake und US5. Zusammengefasst: 74 Interpreten teilen 100 Songs. Allerdings hat der Anteil der deutschensprachigen Lieder auf 27% zugenommen. Darunter auch Tic Tac Toe, die mit "Spiegel" ihr Comeback feierten. Der Anteil von in Deutschland produzierten Stücken ist noch höher. | |
| Kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt dieser Seite: Cover-Versionen und Zitate. | |
| Der Clou des Jahres gelang Karmah. "Just Be Good To Me" wurde ursprünglich schon 1998 veröffentlicht, schaffte es aber erst jetzt in die Charts und landete auf der 20. Das Lied wurde ursprünglich von Gabry Ponte (Mitglied von Eiffel 65) als Bootleg für seine Liveshows produziert. Wiederentdeckt wurde es von einem Moderator des MDR-Radiosenders "Jump". Andere Stationen fingen ebenfalls an, den Song zu spielen und machten ihn bekannt. | |
| Die erfolgreichste Coverversion stammt von Shakira und Wyclef Jean. "Hips Don't Lie" ist ein Cover von "Dance Like This" aus dem Jahre 2004. Damals hatte Wyclef Jean den Titel mit Claudette Ortiz veröffentlicht. "Hips Don't Lie" schaffte Platz 3 in den Jahrescharts. | |
| Das bekannteste Sample verwendete wohl Madonna für "Hung Up". Die Quelle stammt hierbei von ABBA – "Gimme Gimme Gimme". Erfolgreicher war allerdings Gnarls Barkley. In seinem Stück "Crazy" sampelte er das völlig unbekannte Stück "Nel cimitero de tucson" aus dem Jahre 1968. Gianfranco Reverberi, ein Schützling von Ennio Moricone, komponierte das Stück damals für einen italienischen Western. | |
| Interessanterweise schaffte es wieder mal Pachelbels Kanon in die Top 10. 2005 war es die Firma mit "Die eine 2005", 2006 Mattafix mit "Big City Life". Das Zitat ist eindeutig am Anfang zu hören und liegt dem ganzen Stück zu Grunde. | |
| Wie wird es mit coverinfo.de weitergehen? | |
| Den Besuchern sei versichert, dass uns das Problem mit unserer langsamen Datenbank bekannt ist. Auch wir Redakteure leiden darunter. Somit steht auf dem Plan für 2007, neben dem Eintragen sehr vieler Cover-Versionen und Zitate, die Behebung dieses Problems. | |
| Ich wünsche allen Besuchern von coverinfo.de in meinem Namen und im Namen der gesamten Redaktion ein erfolgreiches Jahr 2007. | |
| Falko "Frab" Rickmeyer | |
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