| Über 500 Künstler haben eine Quote für deutsche Musik im Radio gefordert, darunter Heinz Rudolf Kunze, Yvonne Catterfeld, Udo Lindenberg, Xavier Naidoo und Reinhard Mey. Nur noch 1,2 Prozent der im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gespielten Musik sei deutschsprachig, im Privatradio sei es sogar noch weniger. Damit hätten deutsche Künstler kaum eine Chance, ihre Musik über das Medium Radio bekannt zu machen. | |
| Uneinig ist man sich in dieser Kampagne, die sich für eine solche Quote einsetzt, aber darüber, ob eine Quote für deutsche oder für deutschsprachige Musik gefordert werden soll, sprich ob die Radiosender verpflichtet werden sollen, einen bestimmten Prozentanteil an Musik von deutschen Künstlern in beliebiger Sprache zu spielen oder an Musik in deutscher Sprache von Künstlern beliebiger Nationalität. Ersteres wird sich wohl kaum durchsetzen lassen, weil nicht einzusehen ist, warum die Staatsangehörigkeit eines Künstlers ausschlaggebend sein soll. Eine solche Quote für deutsche Musik wird sich unter dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wohl nicht durchsetzen lassen. Auch eine Quote für deutschsprachige Musik ließe sich wohl nur schwer gesetzlich erzwingen. Viele Sender sind dagegen und sehen in dieser Quote einen Eingriff in die Rundfunkfreiheit. Eine freiwillige Selbstverpflichtung des Rundfunks wäre aber denkbar. | |
| Vorbild für die Forderung nach einer solchen Quote ist übrigens Frankreich. Dort müssen die Radiosender schon seit Jahren 40 Prozent Musik aus dem eigenen Land spielen. | |
| Quelle: derStandard.at | |
| Thomas Wagner | |
Freitag, 1. Oktober 2004
Quote für deutsche Musik im Radio gefordert
Sonntag, 5. September 2004
Experiment der BMG: Musikalben im 3-Klassen-Modell
| Die Plattenfirma BMG hat am Montag (30.8.) ein neues Experiment gestartet. In den nächsten sechs Monaten sollen Alben in 3-facher Ausführung auf den Markt kommen. | |
| Den Anfang macht das Album "Es wird Morgen" der 2raumwohnung. Das gibt es nämlich in einer Basic-, einer Standard- und einer Premium-Version. | |
| Für den kleinen Geldbeutel gedacht ist die Basic-Version für 9,99 EUR. Dafür bekommt man 12 Tracks auf einer bunt bedruckten CD, jedoch ohne Booklet. Dafür liegt ein Zettel mit der Tracklist bei. Immerhin gibt es diese Ausführung in einer Plastik-CD-Hülle! Im Vergleich zu so mancher Software, die in einem viel zu großen Karton voller Füllmaterial geliefert wird, welches dazu benötigt wird, die CD-ROM in ihrer Papierhülle zu polstern, ist das doch ein Luxus! Wem das aber zu spartanisch ist, der kann ja zur Standard-Version für 12,99 EUR greifen. Aber auch hier gibt es nur eine Plastikhülle, zu der CD gibt es jedoch immerhin ein Booklet. Und die CD enthält in dieser Version zusätzlich noch ein Interview und den Videoclip zu "Spiel mit". Wer es luxuriös liebt, für den gibt es die Premium-Version für 16,99 EUR. Für dieses Geld bekommt man nämlich zusätzlich einen Pappschuber, ein umfangreiches Booklet mitsamt Gitarrenakkorden und Bonustracks. Da auch die Autohersteller Wagen in verschiedenen Preisklassen für verschieden große Geldbeutel anbieten, wolle nun BMG dieses Konzept auf den Musikmarkt anwenden. Die Basic-Version solle dabei die Hörer vom Kopieren von CDs abbringen. Schließlich seien diese nun bezahlbar, wenn man auf Booklet und Bonustracks verzichtet. Da bleibt nur die Empfehlung: Wenn Ihr schon CDs kopiert – unter gewissen Umständen ist das ja zulässig, Stichwort Privatkopie –, dann kopiert die Premium-Version: Dann lohnt sich die Investition in einen CD-Rohling umso mehr. Quellen: stern.de, sz-online. | |
| Thomas Wagner | |
Sonntag, 11. Juli 2004
"Dragostea Din Tei" – Sommerhit des Jahres 2004
| Ein Song entpuppt sich offenbar als Sommerhit 2004 – auch wenn man vom Wetter her wohl kaum von Sommer sprechen kann –, nämlich "Dragostea Din Tei". Aufmerksamen Radiohörern dürfte aufgefallen sein, daß immer wieder zwei verschiedene Versionen zu hören sind: nämlich meistens die von O-Zone und die von Haiducii. | |
| Daß das Original von O-Zone stammt und schon 2003 veröffentlicht wurde, ist ja kein Geheimnis. Das steht schließlich schon seit 1. April 2004 in unserer Datenbank. Aufgrund der großen Bekanntheit von "Dragostea Din Tei" erscheint es jedoch angemessen, sich einmal etwas näher mit diesem Song zu beschäftigen. | |
| Die Sprache, in der da gesungen wird, ist die rumänische. "Dragostea Din Tei" heißt übersetzt "Lindenblüten-Liebe" und bezieht sich auf eine rumänische Redewendung, mit der die Problematik eingebildeter Gefühlswelten beschrieben wird. Laut O-Zone-Mitglied Dan Balan, Komponist und Texter der Gruppe, handelt der Song von Sex unter Bäumen. | |
| Die Frage, die sich im Rahmen der "Cover-Versionen-Problematik" stellt, ist: Wie kommt es, daß man 2003 in Deutschland diesen Song gar nicht kannte und daß plötzlich im darauffolgenden Jahr zwei Versionen gleichzeitig in den Charts auftauchten? Zeitweise teilten sich O-Zone und Haiducii die Plätze 1 und 2 der deutschen Charts. O-Zone veröffentlichten "Drogestea Din Tei" schon 2003 und boten den Song auch großen Plattenfirmen an, damit diese ihn in Westeuropa vermarkten könnten. Doch die Plattenfirmen lehnten ab; sie gingen unzutreffend davon aus, daß ein Song in rumänischer Sprache in Westeuropa keinen Erfolg haben könne. 2004 coverte Haiducii diesen Song und landete damit in den italienischen Charts. Daraufhin begannen die Plattenfirmen, nun doch O-Zones Version in Westeuropa zu vermarkten. Die Chart-Plazierungen zeigen, daß sowohl die Version von Haiducii als auch die von O-Zone in Deutschland sehr gut ankommen. | |
| Nachahmer gibt es natürlich auch: Antonia und Bangman versuchen zum Beispiel, mit dem gleichen Song, jedoch mit anderem Text, noch ein paar Euro zu verdienen. Weitere Cover-Versionen von "Dragostea Din Tei" findet Ihr hier. | |
| Quellen: Siebenbürgische Zeitung online, die tageszeitung (taz). | |
| Thomas Wagner | |
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